Imagine gliding over flawless asphalt through a landscape that looks painted: rolling hills, medieval villages, and the Pyrenees on the horizon. Girona has long been a secret tip for pros and serious amateur cyclists, but the real magic lies in the loop routes off the beaten path. This ultimate route takes you through Catalonia’s dream scenery, past volcanoes, riverbanks, and olive groves, blending breathtaking views with demanding climbs. You’ll benefit from a detailed route description, practical advice on starting points, food, and fitness, plus the best viewpoints for memorable breaks. Get ready for an experience that quickens your pulse and reveals Catalonia’s most beautiful side on two wheels.

Grundlagen und Planung der Rundstrecke

Bevor du dich in die Hügelketten der Gavarres stürzt, entscheidet die richtige Vorbereitung darüber, ob dich ein unvergesslicher Tag im Sattel erwartet oder ein zermürbender Kampf gegen die Steigung. Die gute Nachricht: Du brauchst kein exotisches Material, aber ein durchdachtes Setup. Ein Rennrad mit kompakter Übersetzung – etwa 34/50 vorne und 11–32 hinten – ist die kluge Wahl, denn die Rampen im Gavarres-Gebirge fordern bis zu 12 % Steigung. Damit kommst du auch dann noch flüssig in die Pedale, wenn die Straße nach den Küstenpassagen erneut ansteigt. Deine Grundfitness sollte es erlauben, zwischen 1.200 und 1.600 Höhenmeter an einem Tag zu bewältigen – eine solide, aber machbare Belastung. Wer bereits Erfahrung mit langen Ausfahrten von 80 Kilometern hat, findet hier die ideale Herausforderung. Zur Pflichtausrüstung gehören zwei Trinkflaschen (bei Wärme besser drei), eine Luftpumpe, ein Ersatzschlauch, Reifenheber und ein Multitool – die Abstände zwischen den Dörfern sind teils groß, und eine Panne mitten in den Korkeichenwäldern will nicht zum Abenteuer werden.

Die Wahl des Zeitpunkts entscheidet maßgeblich über dein Wohlbefinden. Ideal sind Frühling und Frühherbst: April bis Juni sowie September bis Oktober bieten Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad und eine geringe Regenwahrscheinlichkeit. In diesen Fenstern ist die Landschaft zudem am lebendigsten – die Hügel leuchten in sattem Grün, und die Luft über dem Mittelmeer ist klar. Der Hochsommer (Juli und August) stellt eine eigene Herausforderung dar: Die Küstenabschnitte sind dann nicht nur heiß, sondern auch stark frequentiert. Falls du in dieser Zeit nicht ausweichen kannst, starte unbedingt vor 7 Uhr morgens – so umfährst du sowohl die Hitze als auch den Großteil des Verkehrs. Ein weiterer kritischer Punkt ist der Wind. An der Costa Brava können kräftige Seewinde aufkommen, die besonders auf den exponierten Küstenstraßen böig und unberechenbar werden. Prüfe daher vor dem Start die Windvorhersage – bei Windstärken über 30 km/h solltest du die Route anpassen oder verschieben. Ein ruhiger Morgen mit leichtem Landwind ist ideal, dann rollst du die Küstenabschnitte nahezu mühelos entlang, während dich die Hügel im Landesinneren fordern.

Streckenverlauf im Detail

Start und erste Etappe durch das Gironès

Dein Tag beginnt dort, wo Girona am lebendigsten ist: an der Südseite der Altstadt, vorbei an restaurierten Stadtmauern und der steinernen Brücke über den Onyar. Von hier führt dich die gut ausgebaute Landstraße nach Cassà de la Selva. Die ersten 20 Kilometer sind ein sanftes Aufwärmen – flaches, offenes Gelände durch die fruchtbare Ebene des Gironès. Der Asphalt ist erstaunlich glatt, der Verkehr hält sich in Grenzen, und du kannst dich ganz auf deinen Tritt und die ersten Sonnenstrahlen konzentrieren, die über die Felder streichen. In Cassà de la Selva, einem typisch katalanischen Dorf mit breitem Platanenplatz, lohnt ein kurzer Stopp: ein Schluck Wasser aus dem Brunnen, ein Espresso an der Bar, und du bist bereit für das, was kommt. Die Weiterfahrt nach Llagostera verläuft über wellige, ruhige Nebenstraßen, die dich langsam aus der Ebene herausheben. Hier spürst du bereits den Duft von Pinien und Macchia – ein Vorgeschmack auf die Gavarres.

Der Anstieg in die Gavarres

Nach Llagostera beginnt der eigentliche Charaktertest dieser Runde: der Aufstieg in die Gavarres-Bergkette. Die Straße schlängelt sich durch dichten Mittelmeerwald, und die Steigung wird unvermittelt ernst. Kein gleichmäßiger Anstieg, sondern ein welliges Auf und Ab, das dich immer wieder überrascht – gerade wenn du denkst, du hast den Rhythmus gefunden, wartet eine Rampe von 10 bis 12 Prozent. Zwei, manchmal drei dieser steilen Passagen fordern Beine und Kopf. Der höchste Punkt liegt bei etwa 400 Metern über dem Meeresspiegel – nicht hoch, aber die Kombination aus Hitze und Steigung macht sich bemerkbar. Du umrundest geschützte Korkeichen, deren silbrige Rinde in der Sonne glänzt, und schiebst dich an Granitfelsen vorbei, die wie alte Wächter im Unterholz stehen. Nimm dir hier bewusst Zeit. Der Schatten des Waldes ist eine Wohltat, und an den wenigen Aussichtspunkten – oft nur eine Ausbuchtung am Straßenrand – öffnet sich der Blick zurück über die Ebene bis zum Meer. Halte an, trink einen Schluck, mach ein Foto. Diese Momente sind der Grund, warum man hier fährt. Die Abfahrt danach belohnt dich mit flüssigen Kurven und perfektem Grip, bevor die Strecke wieder sanft ins Tal nach Sant Martí Vell und schließlich zurück nach Girona führt.

Küstenpassage und Rückweg

Hast du den letzten Anstieg der Küstenberge bewältigt, wartet eine der aufregendsten Abfahrten der Runde. Der Weg hinunter nach Sant Feliu de Guíxols fordert technisch alles: enge Kehren, wechselnde Radien, stellenweise rauer Belag. Bremse früh und dosiert, verlagere dein Gewicht aktiv und behalte den Verkehr im Blick. Hier geht es nicht um Rekordjagd, sondern um fließendes, kontrolliertes Fahren – dann macht die Abfahrt enormen Spaß.

Unten erreichst du Sant Feliu de Guíxols, einst ein beschauliches Fischerdorf, heute ein lebendiger Touristenort. Die Route führt entlang der Promenade und der belebten Strandstraße. Vorsicht ist geboten: Fußgänger kreuzen unvermittelt, parkende Autos ragen in den Radweg, Lieferwagen blockieren ganze Spurbereiche. Fahre defensiv, reduziere das Tempo und nutze die Klingel. Der Blick aufs Mittelmeer ist verführerisch, doch die Lage erfordert volle Aufmerksamkeit – genieße die Aussicht besser bei einem Stopp an einem Strandcafé.

Wer die Küstenpassage überspringen oder die Tour abkürzen möchte, findet am Bahnhof von Sant Feliu de Guíxols eine pragmatische Lösung: Die Linie R1 fährt zurück nach Girona. Die Fahrradmitnahme ist meist unkompliziert – ein Ticket für dich und dein Rad kostet in der Regel zwischen 4 und 8 Euro. Allerdings verkehren die Züge nicht im dichten Takt, und nicht alle Verbindungen haben ausreichend Stellplätze. Prüfe die Abfahrtszeiten vorab online oder an den Anzeigetafeln. Diese Option ist ideal, wenn die Beine schwer werden, ein Gewitter aufzieht oder der Zeitplan eng ist. Du sparst gut 40 Kilometer und genießt die Rückfahrt entspannt im Zug, während draußen die katalanische Landschaft vorbeizieht. Für alle anderen geht es weiter entlang der Küste, bevor die Strecke ins Inland schwenkt und zurück ins pulsierende Girona führt.

Verkehr, Sicherheit und Navigation

Verkehrsaufkommen und Fahrbahnbeschaffenheit

Die gute Nachricht zuerst: Der weitaus größte Teil dieser Rennrad-Rundstrecke führt über ruhige Landstraßen, auf denen ihr oft minutenlang kein einziges Auto sehen werdet. Die katalanischen Dörfer und Weiler sind über asphaltierte Nebenstrecken verbunden, die von Einheimischen und Landwirten genutzt werden – hier herrscht ein entspanntes, vorhersehbares Verkehrsaufkommen. Wachsam bleiben solltet ihr jedoch um die Gavarres-Berge herum: Einige Abschnitte dort sind schmal, ohne Seitenstreifen und von dichten Pinienwäldern gesäumt. In Kurven mit schlechter Sicht gilt: Nehmt die Mitte der Spur ein, damit Autos euch frühzeitig sehen, und bremst bei Gegenverkehr kontrolliert ab. Ein weiteres neuralgisches Pflaster erwartet euch an der Küste bei Sant Feliu de Guíxols. In den Sommermonaten staut sich hier der Urlaubsverkehr, und Wohnmobile sowie Motorroller drängeln oft ungeduldig. Fahrt defensiv und weicht, wo immer ein Radweg parallel zur Straße verläuft, auf diesen aus – die Küstenpromenade bietet abschnittsweise eine sichere Alternative. Rechnet außerdem mit vereinzelten Schlaglöchern, Rissen und feinem Sand, der sich nach Regenfällen in Kurven ansammelt. Ein Rennrad mit 28-mm-Reifen ist ideal, ein Satz Ersatzschläuche in der Trikottasche obligatorisch.

Ihr müsst kein technisches Wunderkind sein, um diese Strecke zu meistern – eine handelsübliche Fahrrad-Navi-App auf dem Smartphone oder ein laminierter Kartenausschnitt genügen völlig. Der entscheidende Punkt ist die Vorbereitung: Die Abzweigung nach Romanyà de la Selva, die als fakultative Variante mit einer kurzen, knackigen Rampe lockt, ist leicht zu übersehen. Sie liegt hinter einer unauffälligen Kurve und ist nur durch ein kleines, verwittertes Ortsschild markiert. Markiert euch diese Stelle auf eurem Kartenmaterial oder speichert sie als Wegpunkt in eurer App ab – sonst rauscht ihr im Gespräch oder im Rhythmus des Anstiegs einfach vorbei. Ladet die GPX-Datei der kompletten Route vorab herunter und stellt euer Gerät auf den Flugmodus, um den Akku zu schonen. Plant mit einer Akkulaufzeit von mindestens acht Stunden, denn auch wenn die Tour nur fünf bis sechs Stunden reine Fahrzeit beträgt, solltet ihr Puffer für Umwege oder eine längere Pause mit Blick auf die Pyrenäen einplanen. Eine Powerbank im Trikottäschchen ist eine kluge Investition – ebenso wie ein Blick auf die Wetter-App, bevor ihr euch in die Gavarres traut, denn dort halten sich Nebel und Nässe oft länger als an der Küste.

Verpflegung und Pausenplanung

Strategische Stopps entlang der Strecke

Eine gut geplante Rundstrecke lebt von ihren Pausen – genau hier liegt der Schlüssel zu einem entspannten Tag im Sattel. Plane zwei Hauptstopps ein, die deine Tour sinnvoll strukturieren. Der erste bietet sich in Llagostera an, jener charmanten Kleinstadt am Fuß der Gavarres-Hügel, die du kurz vor dem entscheidenden Anstieg erreichst. Tank hier kräftig: Öffentliche Brunnen spenden frisches Wasser, Bäckereien und kleine Supermärkte halten alles bereit, was das Radlerherz begehrt – von klassischem Pa amb tomàquet bis zu energiereichen Mandelgebäcken. Der zweite Stopp folgt nach der Abfahrt in Sant Feliu de Guíxols, direkt an der Küste. Nach der rasanten Talfahrt und dem Wechsel auf flacheres Terrain findest du auch hier öffentliche Trinkwasserstellen, dazu eine erlesene Auswahl an Bäckereien mit Meerblick. Wichtig: Für den Anstieg selbst gibt es keine Einkehrmöglichkeit – die Straße windet sich einsam durch Korkeichenwälder. Nimm also ausreichend Riegel oder Gels mit, die du in den Flaschenhaltern oder der Trikottasche verstauen kannst. Ein kleiner Tipp: Ein in Alufolie gewickeltes Sandwich mit Schokoladencreme schmeckt auf 300 Metern Höhe besser als jedes Industriegel.

Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement

Die katalonische Sonne macht auch im Frühjahr ernst – dein Körper braucht darauf eine klare Antwort. Bei Temperaturen über 20 Grad solltest du mindestens 750 Milliliter pro Stunde trinken, bei intensiver Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit gerne mehr. Der kritische Moment ist der Gavarres-Anstieg: Fülle deine Flaschen an jeder Gelegenheit nach, bevor du die Steigung in Angriff nimmst. Bewährt hat sich die Zweiflaschentaktik: In der ersten Flasche klares Wasser, in der zweiten eine Lösung mit Elektrolyt-Pulver. Das ist kein Marketing-Gag, sondern physiologisch sinnvoll – besonders auf den steilen Rampen, wo deine Muskulatur unter maximaler Last arbeitet und du durch Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch Natrium und Magnesium verlierst. Ein Mangel äußert sich oft erst in Form von Krämpfen, die dich auf einer 10-Prozent-Rampe böse erwischen können. Beginne idealerweise schon eine Stunde vor dem Anstieg mit der Elektrolyt-Zufuhr, nicht erst, wenn der Schweiß bereits läuft. Und denke daran: Die öffentlichen Brunnen in Llagostera und Sant Feliu sind nicht nur kostenlos, sondern liefern meist ausgezeichnetes, kühles Trinkwasser – perfekt zum Auffüllen. Wer es etwas luxuriöser mag, findet in beiden Orten auch kleine Cafés, wo ein Espresso mit Crema Catalana als Belohnung für die bisherige Leistung nicht schadet – plane dafür zehn Minuten Extrazeit ein, die du am Ende des Tages nicht bereuen wirst.

Trainings- und Konditionstipps für die Tour

Diese Rundstrecke ist kein Sonntagsausflug. Sie fordert Beine, Rücken und vor allem mentale Frische über viele Stunden. Wer die welligen Hügel der Gavarres und die offenen Abschnitte an der Costa Brava nicht nur überstehen, sondern genießen will, muss sich ernsthaft vorbereiten. Die gute Nachricht: Mit einem strukturierten Vier-Wochen-Plan und einer cleveren Pacing-Strategie wirst du nicht nur schneller, sondern kommst auch sicherer und mit einem Lächeln ins Ziel.

Vorbereitung in den letzten vier Wochen

Vier Wochen vor dem Start zählt Grundlagenarbeit und Spezifik. Dein Fokus liegt auf langen Ausfahrten, die die Topografie der Strecke simulieren. Plane wöchentlich mindestens eine Einheit von 100 bis 120 Kilometern – bewusst auf Strecken mit 100 bis 150 Höhenmetern pro zehn Kilometer. Genau dieses Verhältnis erwartet dich zwischen Girona und der Küste. Diese „Rollers“ trainieren, im Wechsel von Anstieg und Abfahrt ein konstantes Tempo zu halten, ohne in rote Bereiche zu geraten.

Einmal pro Woche steht ein gezieltes Intervalltraining an einem echten Anstieg mit 8 bis 12 Prozent Steigung an. Suche dir einen Berg, der 10 bis 15 Minuten ununterbrochenes Klettern ermöglicht – idealerweise eine Rampe, die den steilen Passagen der Gavarres ähnelt. Fahre diese Intervalle nicht am Limit, sondern im aeroben Bereich (80–85 % deiner maximalen Herzfrequenz) mit ruhiger, gleichmäßiger Trittfrequenz. Das baut spezifische Kraft auf, ohne dass du am Ende der Tour müde Beine hast.

Der wichtigste Baustein ist die simulierte Generalprobe: Fahre spätestens zehn Tage vor Abreise eine 90-Kilometer-Einheit mit vollem Gepäck – Trinkflaschen, Werkzeug, Ersatzreifen und alle Kleidungsstücke für den Renntag. Nur so testest du die Sitzposition unter realen Bedingungen. Spüre, ob der Druck auf dem Sattel nach 70 Kilometern unangenehm wird, ob deine Hände einschlafen, ob dein Rücken die aggressive Haltung toleriert. Notiere, was sich komisch anfühlt, und justiere Sattelhöhe, Vorbaulänge oder Griffposition. Diese Generalprobe ist unbezahlbar – sie verhindert, dass du am Tag X mit einem ergonomischen Problem kämpfst, das dich Stunden kostet.

Pacing-Strategie für den Renntag

Wer zu schnell startet, wird auf den letzten 30 Kilometern brutal bestraft. Die ersten 40 Kilometer führen durch hügeliges Hinterland, wo die Versuchung groß ist, mit der Gruppe mitzuziehen. Widerstehe. Halte deine Wattzahl bewusst unterhalb der anaeroben Schwelle – etwa 10 bis 15 Prozent weniger als dein durchschnittlicher FTP-Wert über 20 Minuten. Nutze diese Phase für einen rhythmischen Tritt, trinke regelmäßig und iss alle 45 Minuten eine Kleinigkeit. Dein Körper wird es dir auf dem flachen Rückweg danken.

An den steilen Rampen der Gavarres wechselst du frühzeitig in den kleinen Kettenblatt. Zwinge dich nicht zu einem großen Gang – 70 bis 80 Umdrehungen pro Minute schonen die Beinmuskulatur und erzeugen genug Vortrieb. Halte diese Frequenz konstant, auch wenn es steiler wird. So bewältigst du die Rampen mit kontrolliertem Atem, statt am Limit zu keuchen.

Nutze die Abfahrten aktiv als Erholung. Richte dich auf, lockere die Schultern, trinke einen Schluck und reduziere die Leistung auf null – lass das Rad rollen. Erst wenn du die Küste erreichst und der Wind von der Seite kommt, nimmst du wieder Tempo auf. Hier kannst du gespeicherte Energie abrufen und im flachen Abschnitt schnell, aber kontrolliert fahren. Der letzte Teil nach Girona ist oft windig und seelisch zäh. Wer die ersten 60 Kilometer klug eingeteilt hat, hat hier die Reserven, um wirklich zu genießen – und nicht nur anzukommen.

Varianten und Erweiterungen der Strecke

Die Romanyà-de-la-Selva-Schleife

Eine beliebte Option, die Rundstrecke zu verfeinern, ist die Einbindung des malerischen Dorfes Romanyà de la Selva. Es liegt oberhalb der Hauptroute und ist über eine kurze, zusätzliche Rampe erreichbar, die sich nach dem Hauptanstieg anschließt. Die Schleife bringt rund 8 Kilometer und 150 Höhenmeter – ein überschaubarer Aufwand, der sich lohnt. Sobald du die engen Kurven hinter dir hast, öffnet sich ein atemberaubendes Panorama: Der Blick reicht über die bewaldeten Hügel des Gavarres-Massivs bis zur glitzernden Costa Brava. An klaren Tagen erkennst du sogar die Silhouette der Medes-Inseln. Die Straße ist angenehm ruhig, oft kaum befahren, und der Asphalt überraschend gut. Diese Variante empfiehlt sich, wenn du dich nach dem Hauptanstieg noch stark fühlst und das Gefühl von Weite und Freiheit genießen willst, das nur eine erhöhte Lage bietet. Nimm dir am Dorfrand einen Moment Zeit – die Aussicht entschädigt für jeden zusätzlichen Tritt.

Verlängerung ins Baix Empordà

Ambitionierte Fahrer, die mehr Distanz und eine andere Atmosphäre suchen, können die Strecke ins Baix Empordà verlängern. Dabei erweitert sich die Route um 20 bis 30 Kilometer in die weite, flache Ebene südlich von Girona. Statt steiler Rampen erwarten dich nun flache Passagen durch endlose Felder, Obsthaine und kleine, verschlafene Dörfer. Die Wege sind meist schnurgerade, ideal für einen hohen Trittfrequenz-Schnitt – und der Wind wird hier zum ehrlichen Begleiter. Diese Erweiterung passt, wenn du die Küste bewusst meidest und die ländliche Stille suchst, die nur von Vogelgezwitscher und dem Summen der Reifen durchbrochen wird. Dörfer wie Vulpellac oder Monells sind wahre Juwelen mittelalterlicher Architektur und laden zu einem Stopp an einem Brunnen ein. Die Rückfahrt nach Girona führt über parallele Landstraßen abseits des Hauptverkehrs, die ein ruhiges, aber zügiges Ausrollen ermöglichen. Diese Variante eignet sich hervorragend für längeres Training oder für alle, die die Region abseits touristischer Pfade erleben wollen – ohne Hektik, mit vollem Genuss katalanischer Weite.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Fehleinschätzung der Steigungen

Die Rennrad-Rundstrecke durch die Landschaft von Girona verspricht sanfte Hügel und mediterrane Leichtigkeit – doch genau hier liegt der erste Stolperstein. Die Rampen im Gavarres-Massiv werden oft unterschätzt, weil die Gesamthöhenmeter auf dem Papier moderat wirken. Die kurzen, steilen Abschnitte, häufig mit Rampen jenseits der zwölf Prozent, fordern jedoch unerwartet. Wer im großen Kettenblatt bleibt, verliert nicht nur Geschwindigkeit, sondern riskiert frühzeitig erschöpfte Beine und einen verlorenen Rhythmus. Der Schlüssel liegt im vorausschauenden Schalten: Wechsle frühzeitig in einen kleineren Gang, bevor die Steigung ihren Höhepunkt erreicht, und bleibe bewusst im Sattel. Das schont die Kraft und erhält die Traktion auf dem teils losen Untergrund. Atme ruhig und gleichmäßig, fixiere einen Punkt am Horizont – so meisterst du selbst die unscheinbarsten Rampen mit kontrolliertem Vortrieb.

Unterschätzung der Küstenwinde

Kaum etwas ist unberechenbarer an der Costa Brava als der Wind. Was morgens als sanfte Brise vom Meer beginnt, kann binnen Minuten zu einem kräftigen, böigen Wind werden, der auf dem Rückweg nach Girona zu konstantem Gegenwind wird. Genau dieser Abschnitt – oft die letzten 30 Kilometer – entscheidet über dein Wohlbefinden am Tagesende. Viele unterschätzen den Kraftaufwand, den der stetige Druck erfordert, und planen ihre Etappenzeit zu optimistisch. Kalkuliere großzügig 10 bis 15 Prozent mehr Zeit für diesen finalen Teil ein – nicht nur wegen der Geschwindigkeit, sondern auch wegen der mentalen Belastung. Falls der Wind tatsächlich sehr stark auffrischt, ist es keine Schande, die Zugoption als Backup-Plan zu nutzen. Die Regionalzüge entlang der Küste nehmen Fahrräder mit, und du ersparst dir eine stundenlange, zermürbende Fahrt gegen den Wind. Es geht nicht darum, sich zu verausgaben, sondern darum, die Tour genussvoll zu beenden – das gelingt nur mit klugem Umgang mit den Elementen.

Nachhaltigkeit und lokale Rücksichtnahme

Wer mit dem Rennrad durch die Landschaft von Girona fährt, genießt ein Privileg – und trägt gleichzeitig Verantwortung. Die Strecke führt durch Pinienwälder, Korkeichenhaine und über sanfte Hügel. Sie ist nicht nur atemberaubend schön, sondern durchquert auch empfindliche Ökosysteme. Ob diese Wege in zehn Jahren noch offen sind, hängt von deinem Verhalten ab.

Verhalten im Naturpark Gavarres

Der Naturpark Gavarres ist das Herzstück dieser Rundstrecke: ein dicht bewaldetes Hügelland zwischen Girona und der Costa Brava, rund 30.000 Hektar groß. Hier gilt eine eiserne Regel: Der Wald ist geschützt, du bleibst strikt auf den asphaltierten Straßen. Das klingt selbstverständlich, wird aber oft missachtet. Gerade im Frühjahr, wenn der Boden weich ist und junge Triebe sprießen, schaden Abkürzungen über Schotter- oder Feldwege der Flora – und stören die Tierwelt, von Wildschweinen bis zu den seltenen Iberischen Eidechsen.

Ein spezifischer Tipp: Plane deine Route so, dass du die Hauptverkehrszeiten der Forstwirtschaft vermeidest. Zwischen 8 und 17 Uhr können Holztransporter die schmalen Asphaltstraßen befahren – sie haben Vorrang, nicht du. Wenn du einen LKW hörst oder siehst, halte an den dafür vorgesehenen Ausweichbuchten. Das unterbricht zwar deinen Flow, ist aber ein Akt der Höflichkeit, den Einheimische sehr schätzen.

Auch das Tempo ist ein Faktor der Nachhaltigkeit. In den Gavarres gibt es keine durchgehenden Leitplanken; die Straßen sind kurvig, teils einspurig und von dichtem Gestrüpp gesäumt. Wer mit 50 km/h in eine unübersichtliche Kurve fährt, gefährdet sich selbst – und auch Wanderer, Reiter oder Traktoren, die um die Ecke kommen. Reduziere in den Waldabschnitten auf maximal 35–40 km/h und signalisiere deine Ankunft frühzeitig. Ein freundliches „Buenos días“ oder ein Klingelzeichen wirkt Wunder.

Müll ist ein weiterer Aspekt. Entlang der Rundstrecke gibt es kaum öffentliche Abfalleimer – und das ist Absicht. Nimm jede Verpackung, jeden Gelschlauch und jede Bananenschale wieder mit. Bananenschalen brauchen in diesem trockenen Klima bis zu zwei Jahre zum Verrotten und ziehen Tiere an, die eigentlich natürliche Nahrung suchen sollten. Eine Rückentasche im Trikot reicht völlig aus, um deinen Abfall bis zum nächsten Dorf zu transportieren.

Schließlich: Respekt vor den Dörfern wie Madremanya, La Bisbal d’Empordà oder Quart. Diese Orte leben vom Tourismus, aber auch von der Ruhe. Wenn du früh morgens durchfährst, halte Abstand zu Häusern und Cafés, vermeide lautes Rufen und nutze vorhandene Radwege oder verkehrsberuhigte Zonen. Die Gastronomen freuen sich über deine Pause – aber stelle dein Rad nicht mitten auf den Gehweg und blockiere keine Zufahrten. Ein kleiner Umweg zum nächsten Brunnen oder zur nächsten Raststation ist immer möglich und zeigt: Radsport und Naturschutz müssen in Katalonien keine Gegensätze sein.