Die Königsetappen der Costa Brava: Die besten Gravel-Anstiege rund um Girona
Entdecke die besten Gravel-Anstiege rund um Girona – spektakuläre Königsetappen der Costa Brava für ambitionierte Fahrer. Steile Rampen, Traumaussichten und unvergessliche Abenteuer warten.

Tiefe Schotterpisten, der Blick schweift über die Pyrenäen bis zum Mittelmeer – die Gravel-Anstiege rund um Girona zählen zu den spektakulärsten Europas. Dieser Leitfaden nimmt dich an die Hand und führt dich systematisch durch die Königsetappen der Region, von der ersten Routenplanung bis zur sicheren Abfahrt. Du lernst die drei zentralen Massivgebiete kennen, bekommst klare Hinweise zu Schwierigkeit, Navigation und Versorgung – und erfährst, wie du Training und Material gezielt darauf abstimmst. Ob du deine Grenzen austesten oder einfach die Landschaft genießen möchtest: Hier findest du alles für unvergessliche Fahrten.
Die Ausgangslage: Girona als Basislager für Gravel-Abenteuer
Wer die spektakulärsten Gravel-Anstiege der Costa Brava erobern will, macht Girona zu seinem Ausgangspunkt – aus gutem Grund. Die katalanische Stadt vereint urbanen Komfort mit einem direkten Draht in wilde, kaum befahrene Landschaften. Die meisten lohnenden Pässe liegen in den Massiven Gavarres, Rocacorba und Els Angels, jeweils 30 bis 60 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt. Starte morgens, um der Mittagshitze zu entgehen. Die ersten Kilometer führen oft über flaches, offenes Land, bevor sich die Straße in den Bergen zu winden beginnt. Genau diese Übergänge machen den Reiz aus: Du rollst durch mittelalterliche Dörfer wie Madremanya oder Monells, deren enge Gassen und steinerne Fassaden wie geschaffen sind für einen kurzen Stopp, einen Espresso oder das Auffüllen der Flaschen, bevor es ernst wird.
Doch bevor du dich in den ersten Anstieg stürzt, solltest du ein paar Dinge wissen, die den Unterschied zwischen einem unvergesslichen Tag und einem mühsamen Kampf ausmachen. Die beste Reisezeit ist der Frühling und der Herbst – dann sind die Temperaturen angenehm und die Wege trocken. Im Sommer klettern die Thermometer oft über 35 Grad, was die langen Rampen zur Tortur werden lässt; im Winter wiederum können heftige Regenfälle Schlammlawinen auf den unbefestigten Pisten auslösen, die Passagen unpassierbar machen. Ein weiterer kritischer Punkt: Die Trailmarkierungen sind inkonsistent, oft fehlen Schilder an entscheidenden Abzweigungen. Ein GPS-Gerät mit vorab geladenen Tracks oder eine Offline-Karte sind daher absolute Pflicht – verlassen kannst du dich auf nichts anderes.
Was die Versorgung angeht, gilt: Wasser und Verpflegung gibt es fast ausschließlich in den Dörfern am Fuße der Anstiege. Für eine Fahrt von drei bis fünf Stunden solltest du mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit und energiereiche Snacks wie Riegel oder Nüsse einpacken, denn oben auf den Höhenzügen wartet kein Kiosk. Die Schwierigkeit der Routen bewegt sich im Bereich moderat bis fortgeschritten: Du solltest längere Anstiege von acht bis fünfzehn Kilometern mit Steigungen bis zu zehn Prozent sicher bewältigen können. Wer das im Tank hat, wird mit Ausblicken belohnt, die von den Pyrenäen bis zum Mittelmeer reichen – und mit dem Gefühl, eine der schönsten Gravel-Regionen Europas wirklich erlebt zu haben.
Rocacorba: Der Klassiker mit alpinen Ambitionen
Streckencharakter und Anforderungen
Rocacorba ist der unangefochtene König der Gravel-Anstiege rund um Girona – und das aus gutem Grund. Kein anderer Anstieg in der Region verbindet alpine Ambitionen so eindrucksvoll mit dem rauen Charme unbefestigter Wege. Die Auffahrt beginnt harmlos auf Teer, doch schon nach wenigen Kilometern wechselt das Profil in den Schotter – und damit in eine ganz andere Liga. Die Steigung ist konstant und gnadenlos, mit wiederkehrenden Rampen von über zehn Prozent, die dich immer wieder aus dem Sattel zwingen wollen. Doch genau hier liegt die Kunst: Wer im Sitzen bleibt und die Traktion hält, kommt schneller und effizienter voran als jeder, der aufsteht und das Hinterrad durchdrehen lässt.
Der Untergrund auf dem Weg zum Gipfel auf rund 1.000 Metern wechselt ständig zwischen festem Belag und losen, kantenreichen Steinen. Technisch anspruchsvoll, aber keineswegs extrem – es gibt keine Felsstufen oder unpassierbare Geröllfelder, die zum Absteigen zwingen. Dennoch solltest du dein Bike mit Bedacht wählen: Eine mittlere bis kompakte Übersetzung ist Pflicht, um die steilen Passagen im Sitzen zu meistern. Reifen mit mittlerem Profil und ausreichend Luftvolumen geben dir Sicherheit auf den losen Passagen, ohne dich auf den asphaltierten Teilstücken auszubremsen.
Praktische Tipps für die Auffahrt
Starte früh, denn der untere Teil führt durch dichten Wald und bleibt lange schattig – ideal für die ersten Kilometer. Oberhalb der Baumgrenze wird es offen und windig; hier solltest du deine Kleidungsschichten anpassen.
Der frühe Start lohnt sich doppelt: Du genießt die kühle Morgenluft im Wald und bist den meisten anderen Fahrern voraus, die den Anstieg erst gegen Mittag in Angriff nehmen. Für die Auffahrt selbst solltest du je nach Fitness zwischen 1,5 und 2,5 Stunden einplanen – das ist keine Strecke, die man überstürzt. Oben angekommen, wartet allerdings keine Einkehr: Es gibt weder Versorgung noch Unterstand, nur ein Gipfelkreuz und atemberaubende Aussichtspunkte, die den Schweiß vergessen lassen. Nimm also ausreichend Wasser und Snacks mit.
Die Abfahrt ist ein eigenes Kapitel. Auf dem losen Schotter verlängert sich der Bremsweg erheblich, und die Hinterrad-Bremse neigt schnell zum Blockieren. Halte deine Geschwindigkeit daher bewusst moderat und vergrößere den Abstand zu Hindernissen und anderen Fahrern. Wer hier zu forsch unterwegs ist, riskiert einen Sturz, den man auf dem Weg nach oben nicht gebraucht hat. Rocacorba belohnt Respekt – und wer ihn zeigt, erlebt einen der großartigsten Gravel-Tage, die die Costa Brava zu bieten hat.
Els Angels: Der lange, gleichmäßige Steiger
Vom Flachland zur Einsiedelei
Els Angels zählt zu den längsten und gleichmäßigsten Anstiegen der Region. Zunächst führt der Weg über Asphalt, nach wenigen Kilometern wird daraus kompakter, gut befahrbarer Gravel – ideal für lange Distanzen. Die Steigung bleibt moderat, meist zwischen 5 und 8 Prozent, und zieht sich ohne abrupte Wechsel über viele Kilometer. Ein Anstieg, der Geduld belohnt und sich perfekt für eine rhythmische Fahrweise eignet. Klassischer Wendepunkt ist die Einsiedelei am Gipfel: eine kleine Kapelle, ein Parkplatz, gelegentlich ein Getränkeautomat. Reguläre Gastronomie gibt es dort nicht. Plane deine Verpflegung also selbst ein, denn oben wartet kein Café auf dich – nur die Aussicht über das Küstenland und die Pyrenäen am Horizont.
Rhythmus und Materialwahl
- Fahre die ersten 20 Minuten bewusst langsam, um dich einzurollen. Der Anstieg belohnt einen gleichmäßigen Tritt mehr als kurze, explosive Antritte. Wer zu früh zu viel investiert, bezahlt das in den oberen Kehren mit schweren Beinen.
- Reifen mit mittlerem Profil (40–45 mm) sind ideal. Zu grobe Stollen rollen auf den kompakten Passagen unnötig schwer und kosten wertvolle Energie, die du später auf den Schotterrampen brauchst.
- Nimm eine Windjacke mit, denn auf der Höhe kann es auch im Frühling kühl werden. Der Temperaturunterschied zwischen Tal und Gipfel ist beträchtlich, und der Wind frischt oft unvermittelt auf.
- Die Abfahrt ist technisch einfach, aber lang. Kontrolliere vor dem Start deine Bremsen und fahre die ersten Kurven defensiv. Die Oberfläche wechselt zwischen festem Schotter und losen Steinchen, und die langen Geraden verleiten zu hohem Tempo, das sich in den engeren Radien rächt.
Wer Els Angels mit Ruhe angeht, findet einen der reinsten Gravel-Anstiege der Costa Brava – eine Strecke, die weniger durch technische Finesse fordert als durch ihre Länge und Beständigkeit.
Die Gavarres: Kurze, punchige Anstiege im Hügelland
Charakteristik der Waldwege
Wer es knackig und intensiv mag, ist in den Gavarres genau richtig. Zwischen Girona und der Küste erstreckt sich dieses Hügelland – kein Ort für endlose, gleichmäßige Steigungen. Stattdessen findest du hier ein Netz aus kürzeren, welligen Gravelwegen, ideal für eine fokussierte Trainingseinheit. Die Anstiege sind oft steil, aber kurz: meist zwei bis fünf Kilometer lang, mit Rampen, die locker an die zwölf Prozent heranreichen. Einen gleichmäßigen Rhythmus wirst du hier vergeblich suchen. Ständig wechselnde Belastungen fordern Kraft und Explosivität. Der Untergrund ist ein ganz anderes Kaliber als in den anderen Massiven der Region: lockerer, steiniger, durchzogen von freiliegenden Wurzeln und losem Gestein. Technisches Können und eine gute Balance sind gefragt, besonders in den engen Kehren, die oft mit grobem Schotter gepflastert sind. Wer hier schnell fahren will, muss die Linie lesen können und darf keine Angst vor rutschigem Untergrund haben.
Tourenplanung und Kombinationsmöglichkeiten
Der Reiz der Gavarres liegt in ihrer Modularität. Du kannst diese Anstiege perfekt zu einer anspruchsvollen Rundtour kombinieren, die deine Fähigkeiten testet, ohne dich über Stunden zu zermürben.
Verbinde mehrere dieser Anstiege zu einer Rundtour von 50–70 Kilometern, mit Start und Ziel in Dörfern wie Madremanya oder Monells. So hast du nach jedem Anstieg eine Abfahrt und ein flaches Tal, um dich zu erholen.
Diese Struktur macht die Tour ideal für ein intensives Intervalltraining: volle Fahrt am Berg, lockeres Rollen im Tal. Ein wichtiger Punkt ist die Wetterlage. Nach Regen werden diese Wege schnell matschig und extrem rutschig, da der Lehmboden das Wasser lange hält. Dann verwandeln sich selbst einfache Rampen in Herausforderungen. Im Sommer hingegen profitierst du von den dichten Korkeichenwäldern, die viel Schatten spenden. Dafür kann die Luftfeuchtigkeit hier drückend hoch sein – trinke regelmäßig, auch wenn du es nicht sofort spürst. Für die Gavarres brauchst du ein Mountainbike-orientiertes Gravelbike mit kräftigen Reifen ab etwa 45 Millimetern Breite und guter Federung. Ein starres Rennrad mit schmalen Slicks ist hier fehl am Platz; die Wurzeln und Steine werden dich sonst schnell ausbremsen oder zu Stürzen zwingen. Wer die Gavarres mit der richtigen Ausrüstung und dem nötigen Respekt angeht, wird mit einigen der abwechslungsreichsten und technisch anspruchsvollsten Gravel-Kilometer der gesamten Costa Brava belohnt.
Navigation, Sicherheit und Notfallmanagement
GPS-Dateien und Orientierung
Bevor du die Schotterpisten rund um Girona in Angriff nimmst, lade dir die GPX-Dateien von lokalen Gravel-Communitys oder Plattformen wie Wikiloc oder Komoot herunter. Viele der besten Anstiege sind dort öffentlich geteilt und werden von der Community gepflegt. Achte darauf, dass die Routen aktuell sind – nach Regenfällen oder Bauarbeiten können Wege gesperrt sein. Nutze eine Navigations-App mit Offline-Karten: In den Tälern der Gavarres oder an der Rocacorba ist der Empfang oft mangelhaft. Schone den Akku, indem du den Bildschirm dimmst und Animationen deaktivierst. Als Backup gehört eine physische Karte in deine Trikottasche – sie wiegt nichts und rettet dich, wenn das Gerät den Geist aufgibt. Markiere dir im Vorfeld die Dörfer mit Wasserstellen auf deiner Route. Die meisten haben einen öffentlichen Brunnen am Dorfplatz oder eine Bar, die dir gegen ein kleines Trinkgeld die Flasche auffüllt. Notiere dir auch die Öffnungszeiten – in ländlichen Gegenden schließen die Läden oft über Mittag.
Sicherheit bei Panne und Wetterumschwung
Ein platter Reifen ist auf Schotter keine Frage des Ob, sondern des Wann. Packe immer zwei Ersatzschläuche, ein Flickzeug und eine Mini-Pumpe ein. Prüfe vor jeder Tour den Zustand deiner Reifen und den Luftdruck. Bei losem Untergrund empfiehlt sich ein etwas niedrigerer Druck – etwa 3,0 bis 3,5 Bar für Tubeless-Systeme oder 3,5 bis 4,0 Bar für Schläuche. Das erhöht die Traktion und mindert das Risiko von Durchschlägen auf den kantigen Steinen der alten Saumpfade.
Bei Gewitter oder Starkregen steig sofort ab und such Schutz in einem Dorf. Die Trockenflüsse, die du im Sommer überquerst, können sich in Minuten in reißende Bäche verwandeln – die Wege werden glitschig und unpassierbar. Informiere jemanden vor der Abfahrt über deine geplante Route und deine voraussichtliche Rückkehrzeit. Notrufnummern sind in Spanien einheitlich (112), aber in den Bergen kann das Handynetz ausfallen. Ein Notfallset mit Signalpfeife, Rettungsdecke und einem kleinen Erste-Hilfe-Paket ist nicht übertrieben – es passt in eine Satteltasche und kann im Ernstfall den Unterschied machen. Denke auch an eine winddichte Jacke, denn auf den Höhen der Serra de les Gavarres kann die Temperatur auch im Sommer abrupt um zehn Grad fallen.
Training, Ausrüstung und saisonale Feinheiten
Wer die Königsetappen der Costa Brava ernsthaft angehen will, braucht eine strukturierte Vorbereitung. Die Anstiege rund um Girona fordern nicht nur die Beine, sondern auch Technik und mentale Stärke. Ein Trainingsplan, der auf lange Schotterpassagen zugeschnitten ist, entscheidet zwischen grandiosem Erlebnis und frustrierendem Kampf gegen die eigenen Grenzen.
Vorbereitung für die Anstiege
Die Basis bildet spezifisches Klettertraining. Plane zwei bis drei Einheiten pro Woche ein, über längere Distanzen mit Steigungen zwischen sechs und zehn Prozent. Das verbessert die maximale Sauerstoffaufnahme und die Fähigkeit, auf unruhigem Untergrund ein gleichmäßiges Tempo zu halten. Auf losem Schotter zählt Technik: Übe bewusst das Fahren im Stehen und Sitzen. Verlagere dein Gewicht dynamisch – nach vorne auf steilen Rampen, um das Vorderrad zu entlasten, nach hinten, wenn das Hinterrad auf lockerem Geröll durchzudrehen droht. Das Gefühl für Traktion kommt mit Wiederholung; suche dir dafür ruhige, unbefahrene Wege.
Ebenso wichtig sind lange Ausdauerfahrten von vier bis sechs Stunden. Sie simulieren die Belastung großer Rundtouren, bei denen Anstiege, Abfahrten und Übergangsstücke gemeistert werden müssen. Dein Körper lernt, Energiereserven effizient zu nutzen, dein Geist gewöhnt sich an die Monotonie des Pedalierens. Ergänzend stärkt gezieltes Krafttraining für Beine und Rumpf. Eine stabile Körpermitte absorbiert Schotterstöße, entlastet die Arme und erhält die Kontrolle über das Bike, selbst in unwegsamem Gelände. Kniebeugen, Ausfallschritte und Planks sind hier deine besten Freunde.
Materialcheck und saisonale Anpassung
Die Equipmentwahl entscheidet über den Fahrspaß. Ein Gravelbike mit mindestens 40 Zähnen vorne und einer Kassette mit 11 bis 34 Zähnen hinten ist die Mindestausstattung für alle drei Massive. Alternativ eignet sich eine 1x-Schaltung mit 40 bis 42 Zähnen vorne und einer 10–50er-Kassette, die auf den steilsten Rampen genügend Entfaltung lässt. Scheibenbremsen sind Pflicht – Felgenbremsen verlieren auf nassem Schotter schnell ihre Wirkung und können in der Abfahrt lebensgefährlich werden.
Die Jahreszeit spielt eine große Rolle. Frühling und Herbst bieten die angenehmsten Bedingungen: milde Temperaturen, trockene Wege, klare Sicht. Im Sommer sind frühe Starts unerlässlich, um der Mittagshitze zu entkommen, während der Winter Regen und matschige Abschnitte bereithält. Passe die Reifenwahl an: Leichte, griffige Modelle mit mittlerem Stollenprofil sind der Allrounder, für trockene Verhältnisse setzt du auf schnellere Reifen mit weniger Profil. Windschutz gegen den kalten Tramontana-Wind ist im Frühjahr unverzichtbar, gute Sonnencreme im Sommer ebenso.
Häufige Fragen
Welche Gravel-Anstiege rund um Girona gelten als die schönsten für Einsteiger?
Für Einsteiger eignen sich besonders die sanften Rampen der Serra de les Gavarres, etwa der Aufstieg zur Ermita de Sant Sebastià. Diese Wege sind meist gut geschottert und haben moderate Steigungen, ideal für erste Gravel-Erfahrungen. Auch der Anstieg nach Sant Martí Vell bietet eine entspannte Einführung mit tollen Ausblicken.
Gibt es technisch anspruchsvolle Anstiege für erfahrene Gravel-Fahrer?
Ja, der Anstieg zum Puig de la Mossa in den Gavarres ist technisch fordernd, mit steilen Rampen, losem Geröll und engen Kehren. Auch der Aufstieg zur Coll de la Creu de Fusta über die Westseite verlangt viel Fahrtechnik und Kraft. Diese Routen sind nur für Fahrer mit sicherer Kontrolle auf losem Untergrund geeignet.
Welche Anstiege bieten die besten Aussichten auf die Pyrenäen und das Mittelmeer?
Der Anstieg zur Mare de Déu del Mont bietet von seinem Gipfel einen atemberaubenden Panoramablick auf die Pyrenäen und bis zur Küste. Ebenso lohnt sich der Aufstieg zum Rocacorba, von dem man an klaren Tagen die Bucht von Roses und die Bergkette der Canigó sieht. Beide Wege sind teilweise steil und unbefestigt, aber die Aussicht entschädigt für jede Mühe.
Wie ist der Untergrund auf den typischen Gravel-Anstiegen rund um Girona beschaffen?
Die meisten Anstiege führen über kompakten Schotter, der im Sommer trocken und griffig ist, aber nach Regen schnell schlammig werden kann. Einige Wege in den Gavarres haben steinige Passagen mit größeren Felsen, die Vorsicht erfordern. Es gibt aber auch Abschnitte auf alten Karrenwegen mit feinem Kies, die sich sehr gut rollen lassen.
Welche Anstiege sind im Winter oder bei Nässe zu empfehlen?
Bei Nässe sind die tiefer gelegenen Anstiege in der Nähe von Girona, wie der zur Ermita de Sant Grau, besser geeignet, da sie schneller abtrocknen und weniger lehmigen Boden haben. Anstiege in höheren Lagen wie der zum Puig de les Cadiretes können bei Regen glitschig und gefährlich sein. Generell gilt: Nach starkem Regen besser auf asphaltierte Alternativen ausweichen.
Gibt es Rundtouren, die mehrere Anstiege kombinieren, ohne zu lange zu sein?
Ja, eine beliebte Schleife verbindet die Anstiege nach Sant Martí Vell und weiter zur Coll de la Ganga, mit insgesamt etwa 50 Kilometern und 800 Höhenmetern. Eine andere Rundtour startet in Girona, führt über die Gavarres zur Ermita de Sant Sebastià und zurück durch das Tal der Llémena, mit etwa 60 Kilometern und 900 Höhenmetern. Diese Routen lassen sich gut an einem halben Tag bewältigen.
Wie sollte ich mich auf die langen Anstiege wie den zum Rocacorba vorbereiten?
Für den Rocacorba, der über 12 Kilometer mit durchschnittlich 7 Prozent Steigung führt, solltest du genügend Flüssigkeit und Energieriegel mitnehmen, da es unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten gibt. Ein leichtes Gravelbike mit einer Übersetzung von mindestens 1:1 ist empfehlenswert, um die steilen Rampen zu meistern. Plane außerdem genug Zeit ein, da der Anstieg je nach Fitness zwischen 1,5 und 2,5 Stunden dauert.
Gibt es geführte Touren oder lokale Gruppen, die diese Anstiege regelmäßig fahren?
Ja, in Girona gibt es mehrere lokale Gravel-Gruppen, die wöchentlich verschiedene Anstiege in den Gavarres und Richtung Banyoles organisieren. Einige Fahrradläden in der Stadt bieten auch geführte Ausfahrten an, die auf Wunsch individuelle Anstiege einplanen. Die Kosten für eine geführte Tagestour liegen in der Regel zwischen 60 und 120 Euro pro Person, inklusive Guide und Verpflegung.
Welche Anstiege sind am wenigsten befahren und bieten Ruhe abseits der Touristenpfade?
Der Anstieg zur Coll de la Font de la Mansa im östlichen Teil der Gavarres ist sehr abgelegen und wird kaum von anderen Radfahrern genutzt. Auch der Weg zum Puig d’en Roca über die Nordflanke ist ein stiller Geheimtipp mit wilder Landschaft. Diese Routen erfordern gute Orientierung, da sie nicht ausgeschildert sind, aber sie belohnen mit völliger Einsamkeit.